" GEHEN "

Ich beschäftige mich in meiner Arbeit mit dem "Ungefähren", dem "Dahinterliegenden", vieleicht einem Verlust

oder einer Möglichkeit, einer Suche oder einem Weg.

Dazu folge ich den Assoziationen, die während des Schaffensprozesses vom Bild selbst ausgelöst werden. 

Eine Spur führt zur Nächsten, eine Bewegung zur Anderen.

Das Besondere meiner Arbeit ist das Medium Handstickerei, welches ich in Kombination mit der Malerei

(in Form von einzelnen gestickten Elementen im Bild) oder separat verwende.

Hierbei nehme ich Details (die sich im Bild vermuten lassen oder real vorhanden sind) aus der Bilderlandschaft

heraus und stelle diese als Objekt oder Installation dem Bild gegenüber.

Dadurch erhält das Objekt, die Installation oder die gestickte Fläche eine herausgehobene Bedeutung in Beziehung

zur Bilderlandschaft und tritt mit dem Bild in Dialog:

"Ein gestickter Farbeinsatz ist nicht nur eine formale Variation der Bildgenerierung. Aus der im Arbeitsprozess

notwendigen körperlichen und zeitlichen Zuwendung resultiert ein

Effekt der Verdichtung oder Intensivierung, der zu einer bedeutungsvollen Aufladung der Motive führt." 1)

 

Handstickerei führt zu einer Verlangsamung des Arbeitsprozesses, lässt über Tage nur kleine Flächen entstehen

und bietet damit Raum für innere Prozesse: "Einen Schwerpunkt in der Beschäftigung mit Textilien bilden

kulturwissenschaftliche Publikationen, die Handarbeiten als Gedächnis - und Erinnerungspraktiken vorstellen." 2)

 

1) Felix, Matilda, Nadelstiche. Sticken in  der Kunst der Gegenwart, transcript Verlag, Bielefeld, 2010, S 19

2) Felix, Matilda, Nadelstiche, a.a.O., S 13

Anmeldung